Czech Open 2011
Christian Matthes Dritter bei Czech Speedminton Open
Es war ein Deja-vu in der goldenen Stadt Prag: Erneut standen sich ein Franzose und ein Deutscher im Finale gegenüber, und erneut gab es einen französischen Sieger. Bei den in diesem Jahr zum ersten Mal ausgetragenen Czech Speedminton Open am 19. November konnte Beranger Mocaer innerhalb eines Monats bereits den zweiten Turniersieg in Folge feiern. Wie bereits zuvor beim Turnier in Polen traf er mit dem ehemaligen Deutschen Meister Rene Lewicki auf einen der besten deutschen Spieler. Am Ende hieß es nach einem hochklassigen Spiel mit vielen zugleich langen und sehr schnellen Ballwechseln 2:0 für Mocaer, der sich mit dem Sieg auf Platz 6 der internationalen Rangliste schieben konnte.
Im Halbfinale war er auf den Bautzener Spieler Christian Matthes getroffen, der ein sehr gutes Turnier spielte und nach dem 3. Platz bei den Polish Open in Poznan im Oktober mit dem geteilten 3. Platz sein zweitbestes Resultat bei einem internationalen Turnier in dieser Saison feiern konnte. Während Mocaers Einzug ins Halbfinale durch klare Siege über seine jeweiligen Gegner gekennzeichnet war, musste Matthes sich im Viertelfinale gegen Jan Scavnicky aus der Slowakei behaupten. Nach verlorenem ersten Satz gelang es dem Bautzener mit einer großen Kraftleistung, den 2. Satz zu gewinnen und somit durch den Satzausgleich die Entscheidung im 3. und letzten Satz zu erzwingen. Auch hier war es sehr eng und ausgeglichen. Keiner der beiden Spieler konnte sich entscheidende Vorteile erspielen, die zu einem vorzeitigen mentalen Einbrechen des Gegners geführt hätten. Am Ende hatte Matthes jedoch das Glück auf seiner Seite und gewann das Spiel mit 2:1 Sätzen.
Damit war Matthes auch gleichzeitig erfolgreichster Spreestädter bei den Erwachsenen, die neben dem Viertelfinal-Einzug von Hagen Stange und Bernd Nickel bei den Herren U40 und dem Viertelfinal-Einzug von Uwe Jüptner bei den Herren einen hervorragenden 3. Platz von Laura Nickel bei den Mädchen U14 sowie einen geteilten 4. Platz durch Alexander Gollmer bei den Jungen U14 mit nach Hause nehmen konnten. Lediglich Cathleen Selge, Frank Jüptner und Sebastian Timm hatten den Einzug in die Finalrunde teilweise unglücklich verfehlt.
Laura Nickel musste sich nur Paula Barkovic aus Kroatien und der späteren Siegerin Terezia Gibalova aus der Slowakei geschlagen geben. Besonders spannend war das Spiel der aktuellen Nummer 1 der deutschen Speed Badminton-U14-Wertung gegen die amtierende U14-Weltmeisterin Barkovic. In einem sehr ausgeglichenen Spiel, bei dem sich beide Akteurinnen auf Augenhöhe begegneten, konnte sich Nickel den 1. Satz gegen die Kroatin mit 18:16 sichern. Im 2. Satz gelang es Barkovic, stärker die Ballwechsel zu dominieren und die wichtigen Punkte zu machen. Ein 12:16 aus der Sicht von Nickel rettete die Zagreberin in den Entscheidungssatz. Hier zeigte die nationale Badminton-Meisterin Kroatiens in ihrer Altersklasse die stärkeren Nerven und konnte sich am Ende mit 16:13 durchsetzen und ins Finale einziehen. Mit diesem Ergebnis unterstrich die junge Bautzenerin erneut die gute Arbeit, die im Jugendbereich der Speedminton Red Devils des MSV Bautzen 04 seit 2009 intensiv betrieben wird.
Eine große Überraschung erlebte die Frauenkonkurrenz, in der sich die bis dahin noch völlig unbekannte tschechische Spielerin Zuzana Kubanova gegen die Slowakin Lucia Syc-Krivanova glatt in 2 Sätzen durchsetzen konnte und damit dem gastgebenden Verein aus Pardubice nordwestlich von Prag das beste Resultat verschaffte. Dritte wurden Elena Svyatkina, die für die Ukraine an den Start geht, und Daniela Klincakova aus der Slowakei.
Insgesamt nahmen an dem Turnier der höchsten Wertungskategorie 129 Spieler aus 11 europäischen Staaten teil. Die Bautzener stellten mit 10 Aktiven dabei die größte Gruppe innerhalb aller deutschen Speed Badminton-Vertreter.
